Tanzen trotz Angst
- Katja
- 4. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Manchmal beginnt Mut nicht mit einem großen Schritt, sondern mit einem inneren Ringen, das niemand sieht.
Gestern war so ein Abend.
Das letzte Mal, als ich beim monatlichen Line-Dance-Abend war, war mein Körper am Limit.
Ich habe getanzt, gelächelt, durchgehalten - aber mein System hat sich etwas anderes gemerkt.
Nicht die Freude. Sondern die Überforderung.
Und jetzt ist sie wieder da, diese Angst.
Nicht ständig. Nicht jeden Tag.
Aber genau in diesem Moment.
Gestern war sie wieder da, diese Angst.
Dieses Hin- und Hergerissensein zwischen
Ich kann nicht mehr
und
Ich will mir das nicht nehmen lassen.
Innen schwankte alles:
zwischen Heulen, weil sich alles zu viel anfühlt, und Schreien, aus purer Wut über diese Situation.
Diese Ohnmacht, die keinen Ausgang findet, weil nichts davon nach aussen darf.
Also bin ich trotzdem gegangen.
Nicht, weil ich stark war. Sondern weil ich mir versucht habe zu vertrauen.
K. war dabei.
Und allein zu wissen: Im schlimmsten Fall gehen wir sofort wieder, hat etwas gelöst.
Und wie so oft…
wurde es ein guter Abend.
Ja, es war eng.
Zu viele Menschen.
Zu wenig Raum.
Manche drängten sich einfach in die Reihen, statt hinten anzustehen.
Auch das hat getriggert.
Aber dann waren sie plötzlich weg.
Nach 23 Uhr lichtete sich der Raum. Und auf einmal war Platz. Für zwei, drei letzte Tänze.
Für Atmen.
Für Lachen.
Diese letzten Tänze waren ruhig, rund, getragen.
Ein schönes Miteinander. Ein Abschluss, der sich richtig angefühlt hat.
Und das Erstaunlichste:
Dieses gute Gefühl ist geblieben. Es wirkt heute noch nach.
Leise.
Wärmend.
Vielleicht ist das genau das, wovon wir so oft sprechen:
dass Freude zurückkommt, nicht laut, nicht spektakulär - sondern als Nachklang.
Und vielleicht ist Mut manchmal nichts anderes, als der Angst nicht das letzte Wort zu überlassen.



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